Grundlagen8 Min. Lesezeit

Energieausweis: Wie er den Immobilienwert beeinflusst

Seit der Energiepreiskrise achten Käufer viel stärker auf die Energieeffizienz. Welche Energieklasse deine Immobilie hat, kann den Preis um bis zu 20 % nach oben oder unten verschieben.

Der Energieausweis als Preisfaktor

Seit der Energiepreiskrise 2022 ist die Energieeffizienz einer Immobilie kein Randthema mehr – sie beeinflusst den Verkaufspreis messbar. Käufer kalkulieren Heizkosten und mögliche Sanierungskosten in ihre Kaufentscheidung ein. Wer einen Energieausweis mit Klasse G oder H vorlegt, muss mit erheblichen Preisabschlägen rechnen.

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis ist seit 2009 in Deutschland Pflicht bei Verkauf und Vermietung. Er dokumentiert die energetische Qualität eines Gebäudes und klassifiziert es in einer Skala von A+ bis H.

Es gibt zwei Typen:

  • Bedarfsausweis: Berechnet den theoretischen Energiebedarf auf Basis des Gebäudes (Dämmung, Heizung, Fenster). Aussagekräftiger, aber teurer (200–500 €).
  • Verbrauchsausweis: Basiert auf dem tatsächlichen Verbrauch der letzten drei Jahre. Günstiger (100–200 €), aber vom Nutzerverhalten abhängig.

Energieklassen und ihre Bedeutung

KlasseEnergiebedarfTypische Gebäude
A+< 30 kWh/m²aPassivhaus, Neubau KfW 40
A30–50 kWh/m²aModerner Neubau
B50–75 kWh/m²aNeubau, vollsaniert
C75–100 kWh/m²aGut sanierter Bestand
D100–130 kWh/m²aMittlerer Standard
E130–160 kWh/m²aÄlterer, teilsanierter Bestand
F160–200 kWh/m²aWenig saniert, alte Heizung
G200–250 kWh/m²aKaum saniert, Öl/Gas-alt
H> 250 kWh/m²aUnsaniert, Baujahr <1970

Wie stark beeinflusst die Energieklasse den Preis?

Aktuelle Marktdaten (2025/2026) zeigen: Der Unterschied zwischen Energieklasse A/B und F/G beträgt in deutschen Städten im Schnitt 15–25 % des Verkaufspreises. In energiebewussteren Märkten wie München oder Stuttgart ist der Abschlag teils noch größer.

Konkret: Eine 80-m²-Wohnung in Düsseldorf mit Energieklasse B erzielt ca. 400.000 €. Dieselbe Wohnung mit Klasse G – gleiche Lage, gleicher Schnitt – liegt bei ca. 320.000–345.000 €. Der Käufer kalkuliert Heizkosten und mögliche Sanierungspflichten ein.

Welche Sanierungsmaßnahmen verbessern die Energieklasse am effizientesten?

Heizungsaustausch

Der Wechsel von einer alten Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe kann die Energieklasse um 1–2 Stufen verbessern. Kosten: 15.000–25.000 € (nach Förderung BEG oft deutlich günstiger). Rückfluss beim Verkauf: stark von Lage abhängig.

Dachdämmung

Bis zu 30 % der Wärme geht über das Dach verloren. Eine Dachdämmung (8.000–20.000 €) verbessert die Energieklasse und kann gleichzeitig den Wohnkomfort erheblich steigern.

Fenstererneuerung

Dreifachverglaste Fenster senken Wärmeverluste und Schallbelastung. Kosten je nach Objekt 10.000–30.000 €. Wirkt vor allem in Kombination mit anderen Maßnahmen.

Staatliche Förderungen (BEG, KfW, BAFA) können bis zu 35 % der Kosten übernehmen. Informiere dich vor jeder Sanierungsentscheidung über aktuelle Förderprogramme unter www.kfw.de.

Energieausweis und Immobilienbewertung

HalloSara berücksichtigt in der Bewertung den von dir angegebenen Gebäudezustand und die Ausstattung – inklusive der Heizungsart als Proxy für die Energieeffizienz. Für eine vollständige Einschätzung des energetischen Werteinflusses empfehlen wir, den Energieausweis vor der Bewertung zu beschaffen.

Jetzt kostenlose Immobilienbewertung starten – und erfahre, wie deine Energieeffizienz deinen Marktwert beeinflusst.

Jetzt kostenlos bewerten lassen

In unter 2 Minuten – ohne Anmeldung, direkt im Browser.

Immobilie jetzt bewerten →